Dass die Sozialen Netzwerke sehr auf Video setzen ist kein Geheimnis mehr. Das Veröffentlichen von Videos-Clips fördert die Sichtbarkeit bei Facebook & Co merklich. Jeder, der in den Netzwerken aktiv ist und die Welle mitreiten möchte, nutzt die Gunst der Stunde und produziert eigene Videos, ganz egal, ob es die Mikroclips von 6 – 20 Sekunden sind, oder längere Videos zwischen 3 und 10 Minuten.

Wenn ihr euch von den Hobby- und Urlaubsfilmern abheben möchtet, dann versucht es doch mal mit der 5-Shot-Technik.

Wenn ihr euch die verschiedenen Einstellungen überlegt habt, die ihr für eure Video-Geschichte aufnehmen möchtet, dann schaut euch die einzelnen Sequenzen genauer an und unterteilt sie.
Unterteilt eine Einstellung in 5 verschiedene Kameraeinstellungen

Wenn ihr euch eine Einstellung für eine Filmsequenz überlegt habt, dann nehmt diese Szene in fünf verschiedenen Einstellungen auf. Lasst euch dabei immer von eurer eigenen Aufmerksamkeit leiten. Das bedeutet, überlegt, wohin ihr in dieser Situation als erstes schauen würdet. Das heißt, wenn ihr eine Szene seht, was erregt als erstes eure Aufmerksamkeit? Wohin wandern die Augen ganz automatisch?

Genau dahin, wo etwas passiert.

In meinem Beispiel hier ist es die Hand in Aktion:

Nahe
Hier passiert etwas und der Zuschauer möchte wissen, was das ist. Er wird neugierig auf die nächste Einstellung. Mit der ersten Film-Einstellung macht ihr zunächst neugierig auf die Handlung. Daher verwenden wir dafür eine Detailaufnahme, die noch nicht unbedingt auf die Geschichte schließen lässt.

Die zweite Aufnahme zeigt das Gesicht des Protagonisten, der Protagonistin:

Gesichgt des ProtagonistenBei der zweiten Aufnahme stellt ihr den „Helden“ oder Protagonisten vor. Er/Sie ist in einer Nahaufnahme zu sehen. Wir sehen die Mimik, wie er oder sie konzentriert arbeiten.

In der dritten Einstellung „verorten“ wir den Protagonisten:

Verortung

Hier sehen wir, dass die Protagonistin auf einem Gestüt ist, zusammen mit einem Pferd. Die Szene löst sich auf, wir können zuordnen, wo unsere Hauptperson ist und was sie gerade macht. Es entsteht das gesamte Bild zu den Nahaufnahmen zu Beginn.

Die vierte Aufnahme lässt uns wieder ganz nah dabei sein und zwar aus dem Blickwinkel des Protagonisten:

over Shoulder

Hier schauen wir unserem Protagonisten über die Schulter, daher wird diese Einstellung auch „over shoulder“ genannt. Dieser Blickwinkel vermittelt Nähe und lässt den Zuschauer eintauchen in das Geschehen im Film. Der Zuschauer sieht die Handlung mit den Augen des Protagonisten.

Die letzte und fünfte Einstellung ist nun die „schöne“ Einstellung:

beauty

Bei der letzten Einstellung dürft ihr sehr kreativ sein. Sie soll den sogenannten „Wow-Effekt“ bringen. Dafür eignet sich ein außergewöhnlicher Blickwinkel, entweder von einer anderen Seite, oder aus einer besonderen Perspektive.

Und hier nun der gesamte Clip mit diesen ersten fünf Einstellungen:

Natürlich ist das noch kein kompletter Film. Um die Geschichte zu erzählen, fehlen noch weitere Szenen, die im Idealfall ebenfalls mit der 5-Shot-Methode gefilmt werden. Doch nicht immer ist es notwendig alle fünf Einstellungen einer Szene zu verwenden. Beim Zusammenstellen der Geschichte im Schnitt entscheidet ihr, was notwendig ist, oder auf was ihr verzichten könnt.

Ein kompletter Film könnte so aussehen:

Und hier nochmal die 5-Shot-Technik im Überblick:

  1. Nah- oder Detailaufnahme der Hände oder der Aktion, die gerade passiert.
  2. Nahaufnahme des Gesichtes der Hauptperson.
  3. Totale zur sogenannten Verortung der Szene.
  4. Over-Shoulder, der Blick aus der Perspektive des Protagonisten. Wir schauen der Hauptperson über die Schulter, sehen mit den Augen des Akteurs.
  5. „Beauty-Shot“ die schöne Einstellung, wenn möglich aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

Die 5-Shot-Technik wurde von Michael Rosenblum entwickelt. Michael Rosenblum lebt in den USA und trainiert seit über 35 Jahren Journalisten. Er hat in USA den ersten Fernsehsender aufgebaut, dessen Programm ausschließlich von Videojournalisten produziert wurde. Michael Rosenblum hat den Videojournalismus nach Deutschland gebracht. Und hier die ersten VJ’s ausgebildet.